Tee in der Schwangerschaft

Da sitze ich nun und bin verkühlt. Selbst wenn ich nicht schwanger wäre, würde ich ungern zu irgendwelchen Medikamenten greifen – entspricht das doch so gar nicht meiner Lebenseinstellung. Doch jetzt, wo ich auch für jemanden anderen verantwortlich bin, mache ich mir darüber noch mehr Gedanken als zuvor.

Üblicherweise greife ich bei Erkältungen unter anderem zu Kräutertee. Das heiße Getränk nehme ich ohnehin schon das ganze Jahr über zu mir, aber spezielle Teemischungen gegen Erkältungssymptome könnten in der Schwangerschaft kontraproduktiv sein. Um mein sperrliches Wissen darüber aufzubessern, habe ich mich in dieses Thema etwas eingelesen…

Bekannterweise hat jedes Kraut ganz spezielle Eigenschaften und Inhaltsstoffe. Diese werden in der Homöopathie und Volksheilkunde bereits weitgehend eingesetzt. Es gibt aber auch Kräuter, deren Eigenschaften sich gerade in der Schwangerschaft nicht förderlich auf den eigenen sowie den Körper des Babys auswirken. Hier habe ich die wichtigsten Teekräuter und deren Wirkung alphabethisch aufgelistet:

Brennessel
  • wirkt blutbildend und -reinigend
  • fördert den Stoffwechsel
  • lindert Unterleibsprobleme
  • hilft bei der Aufnahme von Eisen
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
Eisenkraut
  • wirkt wehenfördernd
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Fenchel
  • wirkt beruhigend und krampflösend
  • fördert die Verdauung
  • hilft bei Blähungen und Magenkrämpfen
  • stimuliert die Gebärmutter
  • fördert die Milchbildung
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
Frauenmantel
  • wirkt menstruationsregelnd
  • stärkt das Becken und stimmt auf die Geburt ein
  • erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft einnehmen
  • fördert die Milchbildung
  • hilft bei der Heilung von geburtsbedingten Wunden
Grüner Tee
  • enthält Koffein
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Hagebutte
  • stärkt das Immunsystem
  • enthält viel Vitamin C
  • fördert die Verdauung (schwach abführend)
Hibiskus
  • ist in vielen Teemischungen enthalten
  • wirkt abführend
  • Wirkung auf die Durchblutung der Gebärmutter
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Himbeerblätter
  • wirkt entspannend und entkrampfend
  • stärkt die Gebärmutter und den Beckenboden
  • erleichtert die Geburt
  • entspannt die Gebärmutter und öffnet den Muttermund
  • in den ersten Wochen nicht empfehlenswert
  • ab der 35. Schwangerschaftswoche regelmäßig einnehmen
  • fördert die Milchbildung
Ingwer
  • wirkt verdauungsfördernd und krampflösend
  • stärkt das Immunsystem
  • kann  Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen lindern
  • mäßig verwenden (bei höheren Dosen wehenauslösend)
Johanniskraut
  • wirkt beruhigend und schmerzlindernd
  • hilft bei Depressionen und Unruhezuständen
  • kann ein Abstoßen des Embryos hervorrufen
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Kamille
  • wirkt menstruationsregelnd
  • beruhigt Magen, Darm und Nerven
  • wirkt schmerzlindernd und krampflösend
  • wohltuend in der Schwangerschaft und danach
Lavendel (mehr)
  • wirkt beruhigend und krampflösend
  • fördert einen guten Schlaf
  • der Duft soll auch bei Babys eine beruhigende Wirkung haben
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
Matcha
  • enthält Koffein
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Mutterkraut (mehr)
  • wirkt uterusstimulierend
  • fördert die Menstruation
  • wehenfördernd während der Geburt
  • entkrampft den Gebärmutterhals
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfehlenswert
Pfefferminze
  • wirkt schmerzlindernd und krampflösend
  • beruhigt Magen, Darm und Nerven
  • kann  Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen lindern
  • mäßig verwenden
  • in der Stillzeit nicht empfehlenswert (hemmt Milchbildung)
Rooibos
  • enthält kein Koffein
  • fördert die Stärkung von Gefäßen (beugt Krampfadern vor)
  • beruhigt Magen, Darm und Nerven
Rosmarin
  • wirkt krampflösend
  • beruhigt Magen, Darm und Nerven
  • regt die Wehen an
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Salbei
  • wirkt menstruationsregelnd und krampflösend
  • stärkt Magen und Nerven
  • stimuliert die Gebärmutter
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
  • in der Stillzeit nicht empfehlenswert (hemmt Milchbildung)
Schafgarbe
  • wirkt menstruationsregelnd
  • lindert Krämpfe während der Monatsblutung
  • fördert die Stärkung von Gefäßen (beugt Krampfadern vor)
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
Schwarzer Tee
  • enthält Koffein
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Süßholz
  • wirkt krampflösend und blutdrucksteigernd
  • in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert
Thymian
  • wirkt menstruationsregelnd und krampflösend
  • hilft bei Husten und Erkältung
  • stimuliert die Gebärmutter
  • in der Schwangerschaft mäßig verwenden
Wermut
  • wirkt menstruationsregelnd
  • lindert Krämpfe während der Monatsblutung
  • regt die Wehen an
  • fördert die Ablösung der Nachgeburt
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfehlenswert
Zitronenmelisse
  • wirkt beruhigend und krampflösend
  • fördert einen guten Schlaf
  • kann  Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen lindern
  • beruhigt Magen, Darm und Nerven

 

Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein mäßiger Konsum von täglich ein bis zwei Tassen Tee keine negative Wirkung zeigen sollte. Ein abwechslungreicher Teekonsum hilft dabei, keine „Überdosierung“ zu bekommen und versorgt uns mit vielen unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Außerdem ist ungesüßter Tee neben Wasser ein idealer Flüssigkeitslieferant in der Schwangerschaft.

Von meinen selbst zusammen gestellten Teemischungen eignet sich vor allem der Mix aus Zitronenmelisse, Ringelblume und Kamille oder die Früchtetee-Kombination. Rezepte findet ihr hier: Teemischungen

 

Neben dem Einsatz als Teepflanze werden Kräuter auch ich der Küche sehr oft verwendet. Auf einige sollte man während der Schwangerschaft verzichten oder sie nur in Maßen zu sich nehmen. Gewürze wie Safran, Zimt, Anis, Kümmel, Basilikum, Liebstöckel, Oregano, Majoran, Petersilie, Rosmarin, Lavendel und Thymian wirken in großen Mengen stimulierend auf die Gebärmutter. Bei normaler Dosierung als Küchenkraut sind diese aber weitestgehend unbedenklich. Auf hohe Konzentrationen, beispielsweise in ätherischen Ölen, sollte man aber eher verzichten.

 

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich keinerlei medizinische sowie kräuterpädagogische Ausbildung habe. Es handelt sich hierbei nur um einen Auszug an Empfehlungen (zusammengesucht aus Fachliteratur und Internet). Bei Unsicherheiten muss immer mit dem Gynäkologen gesprochen werden und: jeder reagiert anders auf die Wirkung von Kräutern!

Nichts desto trotz, hoffe ich weiter geholfen zu haben und wünsche viel Entspannung beim Teetrinken!

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2 Gedanken zu “Tee in der Schwangerschaft

  1. Internet ermöglicht, Informationen, die – oft mühsam – für einen bestimmten Grund gesammelt wurden, auch für Andere nutzbar zu machen.
    Kluge Menschenfreund/innen/e gehen diesen Weg.
    Danke Grünfinkin…

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