Tomate

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Tomate, Solanum lycopersicum

Die Tomate gehört zu den Nachtschattengewächsen und stammt aus Südamerika. Mit der Entdeckung Amerikas gelangte sie in die europäischen Gärten und Küchen. Wegen ihrer Herkunft liebt sie sonnige Plätze und gedeiht an regengeschützen Standorten am besten. Eigens gezüchtete Arten, welche resistenter gegen Braun- und Krautfäule sind, können aber auch direkt ins Freiland/Beet gepflanzt werden. Im Glashaus jedoch können die Früchte noch bis spät in den Herbst geerntet werden. Bei Pflanzen ohne schützendem Glashaus sollte man vor dem ersten Frost noch alle unreifen Früchte ernten (am besten mitsamt Stängel abschneiden) und auf der Fensterbank in einem mit Zeitungspapier ausgelegten Karton nachreifen lassen. Die Reifegase von Äpfeln unterstützen ebenfalls den Reifeprozess.

Tomaten gibt es mittlerweile in tausenden Arten und Sorten. Von der klassisch roten Salattomate bis hin zum grün getigerten Exemplar ist für jeden etwas dabei. Ebenso vielfältig wie die Farben sind die Formen der Paradeiser. Zum Verzehr eignen sich aber immer nur ganz reife Tomaten, da unreife Früchte zu viel vom giftigen Solanin enthalten. Braune oder dunkelrot bis violette Sorten enthalten besonders viel vom gesundheitsfördernden Inhaltsstoff Lycopin. Dieser soll krebserregende Stoffe abwehren. Außerdem enthalten Paradeiser unter anderem noch viel Vitamin C, Karotin und Mineralstoffe, die kreislaufunterstützend, immunstärkend, antidepressiv sowie aphrodisierend wirken sollen.

Tomaten brauchen etwas Pflege über den Sommer hinweg. Ihre Triebe sollten gestützt und hochgebunden werden, damit die Last der Früchte sie nicht bricht. Außerdem spart es vor allem Platz, denn gedeihen würden die Tomaten auch ohne Hochbinden. Beim Ausgeizen – das Ausbrechen der Seitentriebe in den Blattachseln – scheiden sich die Geister. Meiner Meinung nach ist es nicht zwingend notwendig, jedoch bei gewissen Sorten vernünftig. Anfang des Sommers lasse ich die Tomatenpflanzen wachsen, wie es ihnen beliebt. Später aber, breche ich bei stark wüchsigen Arten einige Seitentriebe heraus, damit sich die Pflanze auf weniger Früchte bzw. Triebe konzentrieren kann. Setzt sie nämlich zu viele Früchte an, werden diese bis zum Ende des Sommers nicht mehr reif genug. Auch wenn es einem schwer fällt, aber ebenfalls die Höhe sollte man im Spätsommer einkürzen und neue Blütenansätze entfernen. Bei kompakt wachsenden Busch- oder Balkontomaten ist das nicht nötig.

Neben der vom Regen verursachten Braun- und Krautfäule leidet der Tomatengärtner oftmals wegen Blütenendfäule an seinen geliebten Früchten. Diese entsteht bei unregelmäßigen Wasser- und Nährstoffgaben. Deshalb sollte die Erde immer gleichmäßig feucht gehalten und alle paar Wochen nachgedüngt werden. Gießen am besten morgens – da bekommt die Tomate keinen Schock vom kalten Wasser. Übrigens: Je größer der Topf, in dem die Pflanze wohnt, desto besser wächst die Pflanze und desto weniger oft muss gegossen werden! Beim Pflanzen gleich einen organischen Langzeitdünger in Form von Hornspänen einarbeiten.

F1-Hybriden und veredelte Sorten besitzen bessere Resistenzen gegen die gefürchteten Krankheiten. Sie lassen sich jedoch durch Samengewinnung nicht mehr weiter vermehren.

Tomaten können sowohl roh als auch gekocht oder gegrillt gegessen werden. Ihre positiven Inhaltsstoffe werden aber vom menschlichen Organismus besser aufgenommen, wenn die Früchte zuvor in Form von Suppen, Soßen oder Sugo gegart wurden. Als Soße lassen sie sich gut einkochen und haltbar machen. Weiters können die Früchte aufgeschnitten und getrocknet werden. In Öl eingelegt halten sie ebenfalls noch einige Wochen.

 

Meiner Erfahrung nach ist beim Vorziehen der Pflanzen ausreichend Licht essentiell. Da im Februar bzw. März die Sonnenstunden meist noch recht begrenzt sind, wachsen die Pflänzchen dabei gerne in die Länge. Dadurch verlieren sie an Stabilität und Robustheit, was den Start im Freiland zudem erschwert. Vorziehen werde ich also erst wieder, wenn ich ein Gewächshaus besitze. Ein Wintergarten würde sich vermutlich auch gut dazu eignen. Bis dahin kaufe ich die Pflänzchen in der Gärtnerei meines Vertrauens oder am Pflanzentauschmarkt.

Steckbrief

Pflanzenfamilie: Nachtschattengewächse
Aussaat: Direktsaat unüblich, Vorziehen von Mitte Februar bis Mitte März
Pflanzung: ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) im Freiland
Standort: sonnig
Boden: nährstoffreich, humos-sandig und durchlässig, regelmäßig feucht
Nährstoffbedarf: hoch, regelmäßig düngen
Pflanzabstand: 60 cm
Saattiefe: 1 cm
Gute Partner:
Bohnen, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Karotten, Salat, Sellerie, Spinat
Schlechte Partner:
Kartoffeln, Rote Bete
Erntezeit:
Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Früchte

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